Wem gehört der Fußball?

Der Profifußball ist ein gesellschaftliches Massenphänomen, das Woche für Woche Millionen begeistert. Volle Stadien und ständig steigende Umsätze weisen das Phänomen zudem als wirtschaftlich äußerst lukrativ aus. Inzwischen gliedern fast alle in der Bundesliga vertretenen Vereine ihre Profisparte aus und ändern somit die Struktur von mitbestimmungsorientierten Vereinen hin zu gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen. Wo früher noch Vereine aufeinandertrafen, konkurrieren heute Unternehmen um Marktanteile.

Doch der wirtschaftliche Erfolg ist nur eine Seite der Medaille: Die Ökonomisierung des Profifußballs geht mit einer radikalen Begrenzung der Mitbestimmung durch die Fans und Clubmitglieder einher, die von vielen Vereinen heute vorwiegend als KonsumentInnen und KundInnen ihres Produkts betrachtet werden. Das einstige gesellschaftliche Allgemeingut Profifußball wird zunehmend privatisiert.

Wir möchten an diesem Abend die strukturellen Entwicklungen im Profifußball zum Anlass nehmen, uns kritisch mit der heutigen Situation auseinanderzusetzen. Dabei wollen wir verschiedene partizipative Modelle und Ansätze vorstellen und besprechen, wie eine Mitbestimmung in den Vereinen sichergestellt werden könnte und dabei auch der Frage nachgehen:
Ist eine Stärkung der Mitbestimmung angesichts der ökonomischen Entwicklung heute überhaupt noch eine realistische Forderung?

Wir diskutieren mit:

► SANDRA SCHWEDLER, engagiert sich seit vielen Jahren selbst in der aktiven Fan-Szene und ist Anfang 2015 zur Aufsichtsratsvorsitzenden beim FC St. Pauli gewählt worden.

► DR. ANDREAS HÜTTL, Jurist und Vorsitzender des „Fanbeteiligungs- und Unterstützungsvereins 96“ (FUV96). Als ein Ziel des „FUV96“ sieht Hüttl den Erwerb von Gesellschafteranteilen der Hannover 96 GmbH.

► JONAS GABLER, Politologe, Buchautor und Fanforscher in der Kompetenzgruppe „Fankultur und Sport bezogene Soziale Arbeit“ (KoFaS) an der Universität Hannover.

Moderation: Marcus Munzlinger (Kulturzentrum Pavillon)

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und dem Kulturzentrum Pavillon.

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Christian Scholz/flickr.com